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Medizinische Klinik I, Kardiologie und internistische Intensivmedizin

Nichtinvasive Kardiologie

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Für Patientinnen und Patienten

Was bedeutet Bauchfellkrebs?

Bauchfellmetastasen entstehen, wenn Tumorerkrankungen aus Organen wie Dickdarm, Dünndarm, Magen oder Eierstock Absiedlungen im Bauchfell bilden. Auch seltene Tumoren, die direkt vom Bauchfell ausgehen, können dieses Krankheitsbild verursachen.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Behandlung auf eine rein palliative Chemotherapie beschränkt. Heute besteht für ausgewählte Patientinnen und Patienten die Möglichkeit einer multimodalen Therapie, die eine echte Prognoseverbesserung bieten kann.

Was ist die zytoreduktive Chirurgie mit HIPEC?

Die Therapie besteht aus zwei wesentlichen Schritten:

Dabei werden sämtliche sichtbaren Tumorabsiedlungen im Bauchraum operativ entfernt. In vielen Fällen ist auch die Mitentfernung betroffener Organe erforderlich.

Ziel ist eine komplette makroskopische Tumorfreiheit – es bleiben keine mit bloßem Auge sichtbaren Tumorreste zurück.

Im Anschluss wird die Bauchhöhle für 90 Minuten mit einer auf 42 °C erwärmten Chemotherapielösung gespült.

Die erhitzte Lösung zirkuliert mithilfe einer speziellen Pumpe im Bauchraum und soll verbliebene mikroskopische Tumorzellen zerstören.

Wann kommt das Verfahren in Frage?

  • Bauchfellkrebs bestimmter Tumorarten
  • Fortgeschrittenes Eierstockkarzinom
  • Darmkrebs mit Bauchfellbefall
  • Pseudomyxoma peritonei

Die Entscheidung erfolgt nach sorgfältiger Diagnostik und individueller Bewertung.

Ablauf im Überblick

  1. Umfassende Diagnostik und interdisziplinäre Fallbesprechung
  2. Ausgedehnte Tumorentfernung (zytoreduktive Chirurgie)
  3. 90-minütige HIPEC-Behandlung
  4. Spezialisierte Nachsorge und Rehabilitation

Häufige Fragen (FAQ)

Je nach Ausmaß der Erkrankung 4–8 Stunden Operation, anschließend 90 Minuten HIPEC.

Es handelt sich um einen komplexen Eingriff. In erfahrenen Zentren ist das Komplikationsrisiko vergleichbar mit anderen großen Bauchoperationen. Schwerwiegende Komplikationen sind selten.

Die vollständige Genesung kann 3–6 Monate in Anspruch nehmen – abhängig vom Operationsumfang und vom individuellen Verlauf.

Ja, es handelt sich um eine anerkannte Therapieform.

In den meisten Fällen kann darauf verzichtet werden. Falls erforderlich, ist dieser häufig reversibel.

Für Fachkreise

Die zytoreduktive Chirurgie mit hyperthermer intraperitonealer Chemoperfusion (HIPEC) stellt ein multimodales Therapiekonzept zur Behandlung der Peritonealkarzinose dar.

  • Peritonealkarzinose kolorektalen Ursprungs
  • Pseudomyxoma peritonei
  • Peritoneales Mesotheliom
  • Peritonealkarzinose bei Magenkarzinom
  • Platin-sensitives rezidiviertes Ovarialkarzinom

Die häufigste Indikation ist die Peritonealkarzinose beim kolorektalen Karzinom. Studien zeigen bei geeigneter Patientenselektion eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens.

Für das Ovarialkarzinom konnte die randomisierte CHIPOR-Studie einen Überlebensvorteil bei platinsensitivem Rezidiv zeigen.

Beim Magenkarzinom ist die Datenlage positiv, jedoch weniger eindeutig als beim kolorektalen Karzinom. Hier laufen weiterhin Studienprogramme.

Für seltene Entitäten wie:

  • Pseudomyxoma peritonei
  • Peritoneales Mesotheliom

besteht eine hohe Akzeptanz der multimodalen Therapie in spezialisierten Zentren.

Technische Durchführung

Nach vollständiger makroskopischer Tumorentfernung erfolgt die HIPEC über ein geschlossenes Perfusionssystem:

  • Temperatur: 42 °C
  • Dauer: 90 Minuten
  • Häufige Substanzen: Cisplatin, Mitomycin C, Doxorubicin
  • Perioperative Mortalität in Expertenzentren: < 2 %.

Selektionskriterien

  • Tumorentität
  • Ausdehnung der Peritonealkarzinose (z. B. PCI-Score)
  • Ausschluss extraabdomineller Metastasen
  • Allgemeinzustand (ECOG ≤ 2)

Ansprechpartner

Dr. med. Sebastian Blaj, FACS
Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
E-Mail: sebastian.blaj@klinikum-kulmbach.de