In unserer Funktionsabteilung stehen zwei hochmoderne Herzkatheterplätze zur Verfügung – eine biplane und eine monoplane Anlage. Damit können wir die Herzkranzgefäße besonders präzise darstellen und die Herzfunktion genau messen.
Für Patienten mit akutem Herzinfarkt ist jederzeit eine 24-Stunden-Bereitschaft gewährleistet. Ein Schwerpunkt unserer Abteilung ist der Herzkatheter, mit dem wir eine mögliche Verengung der Herzkranzgefäße sicher nachweisen können. Dank moderner Technik und langjähriger Erfahrung können wir so schnell Diagnosen stellen und bei Bedarf direkt die passende Behandlung einleiten.
Behandlungsschwerpunkte
Erkrankungen des Herzkreislaufsystems gehören zu den häufigsten in Deutschland.
Bei Nachweis geeigneter höhergradiger Engstellen wird meist im weiteren Verlauf eine Aufdehnung des Gefäßes mittels eines Ballonkatheters und eine anschließende Stentimplantation (Gefäßstütze) durchgeführt.
Die digitale Subtraktionsangiographie (DSA) ist ein röntgenologisches Verfahren zur detaillierten Darstellung der Halsschlagadern.
Dabei wird ein Kontrastmittel verabreicht, das die Gefäße sichtbar macht und eine präzise Beurteilung von Engstellen, Verschlüssen oder Gefäßveränderungen ermöglicht. Durch die digitale Nachverarbeitung werden umliegende Strukturen ausgeblendet, sodass die Gefäßdarstellung besonders klar und aussagekräftig ist. Die DSA dient sowohl der exakten Diagnosestellung als auch der Therapieplanung.
Die Angiographie der Nierenarterien dient der genauen Darstellung der Nierengefäße bei Verdacht auf eine Verengung der Nierenarterien. Mithilfe von Kontrastmittel können Lage, Ausmaß und Bedeutung der Gefäßveränderung präzise beurteilt werden.
Bei nachgewiesener relevanter Engstelle kann im gleichen Eingriff eine Angioplastie (PTNA – perkutane transluminale Nierenarterienangioplastie) durchgeführt werden. Dabei wird die Verengung mit einem Ballon erweitert und bei Bedarf eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt, um die Durchblutung der Niere zu verbessern und Folgeschäden zu vermeiden.
Die diagnostische Koronarangiographie ist eine spezielle Herzkatheteruntersuchung zur Darstellung der Herzkranzgefäße.
Dabei wird über einen dünnen Katheter, der in der Regel über die Leisten- oder Handgelenksarterie eingeführt wird, Kontrastmittel in die Koronararterien gespritzt. So lassen sich Engstellen, Verschlüsse oder andere Veränderungen der Herzkranzgefäße präzise erkennen.
Die Untersuchung dient der sicheren Abklärung von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und bildet die Grundlage für das weitere therapeutische Vorgehen, beispielsweise eine medikamentöse Behandlung oder eine interventionelle Therapie wie eine Gefäßerweiterung mit Stentimplantation.
Zur Beurteilung der funktionellen Relevanz einer Engstelle an den Herzkranzgefäßen gilt die sogenannte Druckdrahtmessung als das am besten geeignete Verfahren.
Nach Erreichen einer maximalen koronaren Durchblutung lässt sich anhand des Druckabfalls im Bereich der Gefäßverengung die Bedeutung des Stenosegrades zuverlässig bestimmen. Auf Grundlage dieses Ergebnisses wird das weitere therapeutische Vorgehen festgelegt – entweder eine konservative Behandlung oder die Implantation einer Gefäßstütze (Stent).
Die Abbildung zeigt die Druckmessung vor (rote Kurve, pa) und nach (gelbe Kurve, pd) der Gefäßverengung. Aus dem Quotienten pa/pd unter maximaler Durchblutung kann auf die Relevanz der Läsion geschlossen werden.
Mit freundlicher Genehmigung: St. Jude Medical.
Intraaortale Ballonpumpe (IABP), Cardiohelp und ECMO
Zur Unterstützung von Herz und Kreislauf stehen in unserer Klinik moderne intensivmedizinische Systeme zur Verfügung. Die intraaortale Ballonpumpe (IABP) und das Cardiohelp-Unterstützungssystem, eine miniaturisierte Herz-Lungen-Maschine, kommen insbesondere bei schwer herzinsuffizienten Patienten zum Einsatz. Sie stützen den Kreislauf, verbessern die Herzleistung und sichern die Durchblutung lebenswichtiger Organe.
Die ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) ist eine weitere intensivmedizinische Technik, die die Sauerstoffversorgung des Blutes übernimmt und so die Atemfunktion unterstützt, wenn die Lunge nicht ausreichend arbeitet.
Bei Verdacht auf eine Herzmuskelerkrankung, eine kardiale Speicherkrankheit oder bei bestehender Herzmuskelschwäche bzw. Herzrhythmusstörungen kann eine Myokardbiopsie durchgeführt werden. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe aus dem Herzmuskel entnommen, um die Ursache der Erkrankung genau zu bestimmen.
Die Entnahme erfolgt unter Röntgenkontrolle mithilfe einer winzigen Zange aus der rechten und/oder linken Herzkammer. Die gewonnenen Proben ermöglichen eine gezielte Diagnostik und helfen, die optimale Therapie für den Patienten zu planen.
Bei einer Herzinsuffizienz ist die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt. Um diesen Zustand auszugleichen, vergrößert sich das Herz im Verlauf häufig. Dadurch kann sich die Mitralklappe – die Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Hauptkammer – erweitern und undicht werden. Es entsteht eine sogenannte funktionelle Mitralklappeninsuffizienz (FMI), bei der Blut teilweise in den Vorhof zurückfließt. Dies verstärkt die Beschwerden der Herzinsuffizienz und beeinträchtigt die Lebensqualität deutlich.
Die funktionelle Mitralklappeninsuffizienz ist eine häufige Begleiterkrankung der Herzinsuffizienz und betrifft rund 70 Prozent der betroffenen Patienten. Typische Folgen sind eine verminderte körperliche Belastbarkeit, Luftnot und eine fortschreitende Verschlechterung der Herzfunktion.
Mit dem Carillon™ Mitral Contour System steht eine moderne, minimalinvasive Behandlungsoption zur Verfügung, die speziell für die Therapie der funktionellen Mitralklappeninsuffizienz entwickelt wurde. Das Implantat wird über einen Katheter in eine Vene an der Außenseite des Herzens eingebracht, die direkt an die Mitralklappe angrenzt. Durch diese nicht-chirurgische Technik wird die Mitralklappe gezielt umgeformt, sodass die Undichtigkeit reduziert und der Rückfluss des Blutes verringert wird.
Internationale klinische Studien zeigen, dass das Carillon-System die Mitralinsuffizienz wirksam reduziert. Bei vielen Patienten kommt es zu einer spürbaren Besserung der Herzinsuffizienzsymptome und zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität.
Defekte der Vorhofscheidewand sind angeborene Verbindungen zwischen dem rechten und linken Vorhof des Herzens. Zu den häufigsten Formen zählen das persistierende Foramen ovale (PFO) sowie der Atriumseptumdefekt (ASD). Bei entsprechender medizinischer Indikation können beide Defekte minimalinvasiv behandelt werden. Dabei wird über einen Katheter ein sogenannter Occluder („Schirmchen“) in den Bereich des Defekts eingebracht, der diesen dauerhaft verschließt.
Das linke Vorhofohr ist eine anatomische Aussackung des linken Vorhofs. Bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern können sich dort häufig Blutgerinnsel bilden, die als Emboliequelle gelten und Schlaganfälle auslösen können. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland.
Zur Schlaganfallprävention ist in der Regel eine dauerhafte Blutverdünnung erforderlich. Kommt es jedoch zu schweren Nebenwirkungen wie Hirnblutungen oder Blutungen des Magen-Darm-Trakts, stellt der interventionelle Verschluss des linken Vorhofohres (LAA-Verschluss) eine bewährte Alternative dar. Hierbei wird das Vorhofohr mithilfe eines speziellen Schirmchens verschlossen, sodass sich dort keine Blutgerinnsel mehr bilden können. In vielen Fällen kann die blutverdünnende Therapie anschließend beendet werden.
Je nach anatomischen Gegebenheiten kommen unterschiedliche, etablierte Verschlusssysteme zum Einsatz. Diese Verfahren tragen wesentlich zur Reduktion des Schlaganfallrisikos bei und erhöhen zugleich die Sicherheit für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko.
Mit dieser Methode lassen sich Ablagerungen und Schädigungen an den Gefäßinnenwänden präzise darstellen.
Die Plaquestruktur und die Läsion können direkt beurteilt werden, wodurch detaillierte Einblicke in das Gefäß gewonnen werden. Zudem ermöglicht das Verfahren eine zuverlässige Beurteilung der Qualität der durchgeführten Intervention.
Cardio-CT- und Cardio-MRT-Untersuchungen bieten wir in enger Zusammenarbeit mit der Radiologischen Abteilung des Klinikum Kulmbach an.
Diese modernen bildgebenden Verfahren kommen insbesondere bei Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung nach unklarem oder nicht durchführbarem Belastungstest, bei Verdacht auf Koronaranomalien sowie bei Hinweisen auf eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zum Einsatz. Darüber hinaus leistet das Cardio-MRT einen wichtigen Beitrag bei der Abklärung von Herzmuskelerkrankungen.
Dieses moderne, hochauflösende Verfahren ermöglicht eine besonders präzise Darstellung der Gefäße.
Dabei kann der Durchmesser eines Blutgefäßes exakt bestimmt werden, ebenso wie die Länge einer Gefäßverengung (Läsion). Die Methode wird vor allem zur detaillierten Visualisierung moderner Gefäßstützen aus Milchsäure eingesetzt.
Das OCT-Bild zeigt den Querschnitt eines Herzkranzgefäßes nach Implantation einer modernen Gefäßstütze (Stent) mit sehr dünnen Streben. Im Zentrum ist der OCT-Katheter erkennbar.
Mit freundlicher Genehmigung: St. Jude Medical.
Die Rotablation ist ein spezielles Verfahren zur Behandlung stark verkalkter Herzkranzgefäße. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn eine Gefäßverengung mit herkömmlichen Methoden nicht ausreichend erweitert werden kann.
Dabei wird ein sehr kleiner, rotierender Bohrkopf eingesetzt, der die harten Kalkablagerungen im Gefäß schonend abträgt. Anschließend kann das Gefäß mit einem Ballon weiter aufgedehnt und zum Abschluss mit einer Gefäßstütze (Stent) stabilisiert werden. So wird die Durchblutung des Herzmuskels wieder verbessert.
Als schonende Alternative zur operativen Behandlung der Halsgefäße hat sich in den letzten Jahren die Implantation von Stents bewährt.
Dieses moderne Verfahren ist in unserem Behandlungsschwerpunkt fest etabliert und ermöglicht eine sichere und effektive Versorgung der Patienten.
Links: Hochgradige Engstelle der Halsschlagader vor der Intervention. Rechts: Resultat an der Halsschlagader nach Implantation einer Gefäßstütze (CAS). Die Engstelle wurde komplett beseitigt
Die Vasospasmustestung ist ein spezielles diagnostisches Verfahren zur Abklärung von wiederkehrenden Brustschmerzen.
Sie dient dem Nachweis von vorübergehenden Gefäßverengungen (Gefäßkrämpfen) der Herzkranzgefäße, die trotz unauffälliger Befunde in anderen Untersuchungen Beschwerden verursachen können.
Durch die gezielte Testung lässt sich feststellen, ob ein Vasospasmus als Ursache der Symptome vorliegt. Das Ergebnis ermöglicht eine gezielte und wirksame Therapie, um Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Das linke Vorhofohr ist eine Aussackung im Bereich des linken Vorhofs des Herzens. In dieser Aussackung kommt es bei Patienten mit Vorhofflimmern häufig zur Bildung von Blutgerinnseln. Diese fungieren als Emboliequelle und Auslöser des Schlaganfalls. Vorhofflimmern ist in Deutschland die häufigste Herzrhythmusstörung.
Üblicherweise müssen Patienten mit Vorhofflimmern und bestimmten Risikofaktoren eine sogenannte Blutverdünnungstherapie durchführen. Treten hier schwere Nebenwirkungen auf (Gehirnblutung, Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt) kann das Vorhofohr mit einem speziellen Schirmchen interventionell verschlossen werden. Im Anschluss kann die Blutverdünnung mit Marcumar oder einer anderen Substanz beendet werden. Dadurch sollen weiteren Blutungskomplikationen für den Patienten verhindert werden. In Abhängigkeit der Anatomie des linken Vorhofohres kommen verschiedene Verschluss-Systeme zum Einsatz. Im Folgenden sehen Sie die Abbildungen der am meisten in Deutschland verwendeten Schirmchen zum Verschluss des linken Vorhofohres.
Bild: ACP-Schirmchen zum Verschluss des linken Vorhofohres mit freundlicher Genehmigung St. Jude Medical
- Schematische Darstellung der Lage eines ACP-Schirmchen im LAA mit freundlicher Genehmigung St. Jude Medical
- Schirmchen (Watchman-Device) zum Verschluss des linken Vorhofohres mit freundlicher Genehmigung Boston Scientific
Häufig gestellte Fragen
Nein, Sie müssen nicht nüchtern sein. Sie dürfen gerne ein kleines Frühstück zu sich nehmen und sollten auch ausreichend trinken.
Die Dauer der Katheteruntersuchung kann unterschiedlich sein und hängt davon ab, wie umfangreich die Untersuchung ist. In den meisten Fällen dauert die Vorbereitung etwa 10 Minuten, die eigentliche Untersuchung ebenfalls rund 10 Minuten und die anschließende Nachbereitung nochmals etwa 5 Minuten. Danach werden Sie wieder auf Ihre Station zurückgebracht.
Die Untersuchung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Zugang erfolgt entweder über die Leiste oder über das Handgelenk. Währenddessen kann ein kurzes Druckgefühl auftreten. Innerhalb der Blutgefäße und in der Herzkammer selbst verspüren Sie jedoch keine Schmerzen, da es dort keine Schmerzrezeptoren gibt.
Da lediglich eine örtliche Betäubung notwendig ist, bleiben Sie während der Untersuchung wach und ansprechbar. Ein Gespräch mit der untersuchenden Ärztin oder dem untersuchenden Arzt ist jederzeit möglich. In der Regel sind keine Beruhigungsmittel erforderlich; auf Wunsch können diese jedoch nach vorheriger Absprache verabreicht werden.
Die Herzkatheteruntersuchung wird seit etwa 50 Jahren durchgeführt und gilt heute dank moderner Techniken und Materialien als sichere, risikoarme Routineuntersuchung zur Diagnose und Behandlung von Herzerkrankungen. Sie ist nach wie vor die zuverlässigste Methode, um den Zustand der Herzkranzgefäße darzustellen.
Die häufigste Form ist der Linksherzkatheter, der die linke Seite des Herzens untersucht – den arteriellen Bereich. Dabei können die linke Herzkammer, die Herzkranzgefäße und die Hauptschlagader (Aorta) dargestellt werden. Zusätzlich lassen sich Eigenschaften des Blutkreislaufs, die Pumpleistung des Herzens und die Funktion der Herzklappen beurteilen.
Mit dem Rechtsherzkatheter werden Informationen über die rechte Seite des Herzens (venöser Bereich), die Druckverhältnisse in der rechten Herzkammer, die Lungengefäße und indirekt auch der Druck im linken Vorhof gewonnen.
Werden während der Untersuchung Verengungen der Herzgefäße festgestellt, können diese häufig direkt aufgedehnt und bei Bedarf mit einer Gefäßstütze (Stent) versorgt werden.
Bei fortgeschrittenen Erkrankungen der Herzkranzgefäße bespricht der Untersucher den Befund nach der Untersuchung mit Ihnen. Dabei werden mögliche Behandlungsoptionen erläutert und das weitere Vorgehen gemeinsam abgestimmt.
Die Herzkatheteruntersuchung ist heute ein sicheres Routineverfahren. In unserer Klinik führen erfahrene Ärzte jährlich rund 2.000 Eingriffe durch. Wie bei allen medizinischen Untersuchungen gibt es jedoch mögliche Komplikationen. Meist handelt es sich um kleinere Probleme an der Einstichstelle, wie blaue Flecken oder einen Bluterguss. Schwerwiegende Komplikationen – etwa Herzstillstand, Schlaganfall oder Thrombosen – sind sehr selten und treten meist nur bei schwerstkranken Patienten oder in Notfällen auf.
Gelegentlich kann es zu Unverträglichkeiten auf das Kontrastmittel kommen, zum Beispiel Hautausschlag, Hitzegefühl oder Übelkeit. Diese Beschwerden klingen in der Regel innerhalb weniger Minuten ab.
Eine umfassende Aufklärung erfolgt am Tag vor der Untersuchung durch den Stationsarzt. Dabei werden mögliche Risiken ausführlich besprochen, und auf dem Aufklärungsformular sind alle potenziellen Komplikationen aufgeführt – auch solche, die sehr selten auftreten. Bitte geben Sie Ihrem Arzt in diesem Gespräch alle Ihnen bekannten Vorerkrankungen an, wie Allergien, Blutungsneigung oder Einschränkungen der Nierenfunktion, damit wir die Untersuchung optimal und sicher durchführen können.
Beim Linksherzkatheter wird eine Arterie (Schlagader) punktiert, da man über die Hauptschlagader (Aorta) direkt zum Herzen gelangt. Beim Rechtsherzkatheter erfolgt der Zugang über eine Vene, um an die rechte Herzhälfte zu kommen.
Nach örtlicher Betäubung wird das Gefäß zunächst mit einer kleinen Nadel punktiert. Über diese Nadel wird ein weicher Führungsdraht in das Gefäß eingeführt. Anschließend wird eine Schleuse – ein kleiner Kunststoffschlauch mit einem Ventil zur Verhinderung von Blutverlust – über den Draht ins Gefäß geschoben.
Durch die Schleuse können nun die Katheter nacheinander bis zum Herzen vorgeschoben werden. Dies geschieht unter Röntgenkontrolle, für Sie spürbar ist dabei nichts, da die Gefäße keine Schmerzrezeptoren besitzen.
Über die Katheter können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Darstellung der Herzkranzgefäße mittels Kontrastmittel
- Messung von Drücken im Herzen
- Blutentnahmen zur Bestimmung des Sauerstoffgehalts
Mit diesen Informationen kann der Untersucher feststellen, ob Herzkranzgefäße verengt oder verschlossen sind, wie viele Engstellen vorliegen, an welchen Stellen und ob sie behandelt werden müssen.
In unkomplizierten Fällen kann eine Gefäßerweiterung direkt im Anschluss durchgeführt werden. Bei komplexeren Veränderungen, die möglicherweise eine Operation erfordern, wird die Untersuchung zunächst beendet und die Schleuse entfernt.
Nach der Untersuchung:
- Bei Zugang über die Leiste wird ein elastischer Druckverband rund um die Hüfte angelegt.
- Bei Zugang über das Handgelenk wird eine spezielle Manschette ähnlich einem Uhrenarmband angelegt, die die Einstichstelle mit einem Luftpolster abdrückt.
Bei unkomplizierten Untersuchungen ohne weitere Eingriffe kann der Patient in der Regel noch am selben Tag entlassen werden. Treten kleinere Probleme an der Punktionsstelle auf, ist ein Aufenthalt über Nacht sinnvoll.
Wird während der Untersuchung eine Gefäßaufdehnung durchgeführt, mit oder ohne Implantation einer Gefäßstütze (Stent), empfiehlt sich in der Regel ein Aufenthalt von ein bis zwei Tagen. Die genaue Dauer richtet sich stets nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem individuellen Behandlungsbedarf.
Die Punktionsstelle ist sehr klein und heilt in der Regel schnell. Die meisten Patienten können bereits sofort oder nach etwa 4 Stunden wieder aufstehen. Größere körperliche Anstrengungen sollten in den ersten 3 bis 4 Tagen jedoch vermieden werden, um die Heilung nicht zu beeinträchtigen.
Dank langjähriger Erfahrung, immer feinerer Materialien und der umfangreichen Informationen, die sich mit dieser Untersuchung gewinnen lassen, hat sich die Herzkatheteruntersuchung zu einem bewährten Routineverfahren entwickelt.
Trotzdem wird die Untersuchung nur empfohlen, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Herzerkrankung besteht. Die Entscheidung hierfür erfolgt stets nach den aktuellsten Richtlinien der internationalen und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.
Wenn Sie Marcumar einnehmen, sollte die Einnahme vor der Untersuchung pausiert werden. Bitte besprechen Sie die genaue Vorgehensweise unbedingt mit Ihrem Hausarzt. Der Zielwert für den INR-Wert sollte dabei unter 2,0 liegen.
- ASS (100 mg) und Clopidogrel (75 mg) sollten unbedingt wie gewohnt eingenommen werden.
- Metformin bitte 3 Tage vor der Untersuchung pausieren.
- Blutdruck- und andere Medikamente sollten Sie weiterhin regelmäßig einnehmen.
Zertifikate
Kontakt Kardiologie und internistische Intensivmedizin
Dr. med. Andreas Brugger
Facharzt für Innere Medizin/ Kardiologie
Zusatzqualifikationen:
Interventionelle Kardiologie (DGK)
Spezielle Rhythmologie (DGK)
Intensivmedizin
Notfall-/ Rettungsmedizin
Kontakt
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